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Glänzende Täuschung
Matt oder Glanz ? Warum die Beschaffenheit einer Oberfläche immer auch den Farbeindruck mitbestimmt

Maler München Matt oder Glanz?

Glänzend, seidenglänzend, seidenmatt, matt, stumpfmatt: Wer mit Farben und Lacken zu tun hat, kennt diese Begriffe. Doch was ist überhaupt Glanz? Ist es eine objektive physikalische Eigenschaft?
Und wie hängt der Farbeindruck mit dem Glanz der Oberfläche zusammen? Die Suche nach Antworten auf diese Fragen führt bis in die Grundlagen von Wellen und Licht, hat aber auch eine ganz praktische Bedeutung bei der Arbeit mit Farben und Beschichtungen.

Quelle: www.farbimpuls.de

Ganz in Weiß: Helle Dächer, Autos und Straßen sollen zum Klimaschutz beitragen

Reflexion des Sonnenlichts ins Weltall bremst die Erderwärmung und spart Energiekosten


Der Vorschlag klang absurd, doch er kam aus berufenem Munde: Würden die Dächer der großen Metropolen – möglichst aber der ganzen Welt – weiß gestrichen, reflektierte diese Farbe so viel Sonnenlicht zurück ins Weltall, dass dies einen gewichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten könnte. Das sagte der US-amerikanische Energieminister Steven Chu unlängst auf einem Treffen von Nobelpreisträgern in London. Der Mann gilt als einer der Hoffnungsträger in Barack Obamas Kabinett und sollte wissen, wovon er spricht: 1997 erhielt er selbst den Nobelpreis für Physik. Doch welche Fakten stehen wirklich hinter dieser Idee? Ist sie mehr als ein Gag auf der Suche nach Aufmerksamkeit in den Medien?


Einer, der sich seit Jahren mit dem Thema weißer Dächer befasst, ist der amerikanische Physiker Hashem Akbari. Am renommierten Lawrence Berkeley National Laboratory untersucht er, wie die Metropolen dieser Welt vor den Hitzeglocken geschützt werden könnten, unter denen sie im Sommer verschwinden, in denen sich heiße Luft und Abgase stauen und wo auch nachts die Temperatur kaum abfällt. "Hitzeinseln" nennen Wissenschaftler solche Regionen, die längst nicht nur auf tropische oder subtropische Breiten beschränkt sind.

Auf der Suche nach Lösungen befasst sich Akbari unter anderem mit "Cool Roofs" und "Cool Pavements" – kühlenden Dächern und ebenso kühlen Straßenbelägen. Das Prinzip ist simpel: Wie stark sich ein Objekt im Sonnenlicht aufheizt, hängt davon ab, welchen Anteil des eingestrahlten Sonnenlichts es reflektiert. Ein schwarzes Dach wird sehr viel heißer als ein rotes, ein rotes wiederum heißer als ein weißes. Entscheidend ist dabei das Verhältnis von eingestrahltem zu reflektiertem Licht. Schwarze Oberflächen reflektieren nur wenige Prozent des Sonnenlichts, rote Dachziegel immerhin rund 35 Prozent, weiß gestrichene Oberflächen kommen hingegen auf mehr als 75 Prozent.

Welchen Einfluss weiße Dächer und helle Straßen auf das Weltklima haben könnten, hat Akbari in einer eindrucksvollen Abschätzung dokumentiert: Dicht besiedelte Regionen machen demnach etwa ein Prozent der Landfläche der Erde aus. Davon bestehen rund 25 Prozent aus Dächern und 35 Prozent aus versiegelten Oberflächen. Würde man all diese Oberflächen aufhellen, würde das die Wärmeaufnahme der Erde um einen Wert vermindern, der einer Emission des Treibhausgases Kohlendioxid von 44 Milliarden Tonnen entspricht. Das ist deutlich mehr als die Menschheit jährlich in die Atmosphäre entlässt.
 
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